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Olivenmüller

Der Olivenanbau war und ist eine wichtige Aktivität im ländlichen Leben von Lesbos. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten dampfbetriebenen Ölmühlen gebaut, in denen die Verarbeitung der Oliven zur Ölherstellung in den Mühlen erfolgte, die entweder manuell oder mit Lasttieren betrieben wurden. Die Ölmühlen gehörten einem oder mehreren Eigentümern und beschäftigten mehrere Arbeiter. Das Pferd drehte mit einer Kurbel die „Volia“ zum Mahlen der Oliven, und die übrige Arbeit wurde von den Arbeitern mit den Händen verrichtet, während die manuellen Pressen mit Hilfe einer Spindel (Schraube) arbeiteten. Die Olivenmüller hatten starke und große Zünfte in den Dörfern und Städten von Lesbos. Bis 1912 besteuerten die Türken die Olivenproduzenten mit dem Zehntensystem und die Produktion in den Ölmühlen wurde vom Steuerinspektor (Mamouris) kontrolliert.  Die ersten dampfbetriebenen Olivenmühlen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Die Dampfindustrie ermöglichte das Mahlen einer größeren Menge an Oliven sowie die schnelle Produktion von Olivenöl von sehr guter Qualität. Die Mühlen wurden mit Mitteln von Kaufleuten und Grundbesitzern aus Lesbos gebaut und waren sehr lukrative Unternehmen. Seit den 1920er Jahren wurden viele genossenschaftliche Olivenmühlen gebaut. Dampfmühlen wurden in den Nachkriegsjahren aufgrund des Rückgangs der ländlichen Wirtschaft stark reduziert, während in den 1970er Jahren die verbleibenden Mühlen in moderne elektrifizierte und Zentrifugal-Mühlen umgewandelt wurden, die nur wenig Arbeitskräfte einsetzten.